1
 min read

24.11.2021

Der US-Arbeitsmarkt lässt auf eine weitere Normalisierung der amerikanischen Wirtschaft hoffen.

Marktupdate

Zürich - 24.11.2021

Der US-Arbeitsmarkt lässt auf eine weitere Normalisierung der amerikanischen Wirtschaft hoffen: Die «unemployment benefit claims», so etwas wie Anmeldungen an die Arbeitslosenkasse, sinken weiter. Auf ein Tief, welches zuletzt 1969 erreicht wurde, nämlich auf 199'000 Anmeldungen in einer Woche. Zum Vergleich: Während Corona holten sich zeitweise über 6 Millionen Neu-Arbeitslose ihre Zuschüsse vom Staat ab, pro Woche! Trotzdem sind die Zahlen mit Vorsicht zu geniessen. Sie werden saisonal bereinigt, also werden Arbeitslose welche in typischem Saisongeschäft arbeiten aus der Statistik geworfen. Dazu würde beispielsweise jemand zählen, der im Herbst als Erntearbeiter in der Maisindustrie arbeitete und jetzt schlichtweg nichts mehr zu ernten hat. Für die Aktienmärkte sind wiedermal vermeintlich gute News gar nicht so gut, denn ein normaler Arbeitsmarkt deutet ja auf wirtschaftliche Stabilität hin. Weiter Geld in die Märkte zu pumpen ist dann irgendwann nicht mehr zu rechtfertigen, was zu restriktiverer Geldpolitik der FED führen wird. Und genau davor fürchten sich im Moment die Anleger. Trotzdem fangen sich die Aktienmärkte wieder etwas und verlaufen im Moment eher etwas seitwärts. Der Dollar dagegen steigt und steigt und steigt. Wäre schön, wenn unser lieber Bitcoin sich mal ein Beispiel daran nehmen würde. Heute wieder ein relativ volatiler Tag in den Kryptowährungen. Trotzdem bin ich ziemlich bullish im Moment. Ein erneuter Taucher ist weiterhin nicht auszuschliessen, aber On-Chain-Daten zeigen, dass die grossen Player (die sogenannten Whales und/oder Miner) kräftig zugreifen, die Volumen an den roten Tagen nehmen ab und an den grünen Tagen zu und charttechnisch gibt es viele Anzeichen für eine baldige Trendwende. Ich will natürlich nichts verschreien und gebe absolut keine Kaufempfehlung ab, do your own research.😉 Eine kleine Anekdote aus der Finanzwelt möchte ich euch nicht vorenthalten. Ich finde, sie zeigt sehr gut, wie unser Finanzsystem gestrickt ist: Die Europäische Zentralbank (EZB) ist klar Mitverursacher der Inflation im Euro-Raum, diese beträgt im Moment gut 4%, Tendenz steigend. Ihren Angestellten, wohlgemerkt natürlich nicht dem Topkader, spricht sie eine Lohnerhöhung von nicht mehr als 1.3% zu, was quasi einer Lohnkürzung gleichkommt, da so de facto 2.7% weniger gekauft werden kann (Differenz Lohnerhöhung und Inflation). Dies ist zwar eine sehr rudimentäre Rechnung, zeigt jedoch, dass die EZB nicht mal ihre eigenen Angestellten vor Inflation schützen kann (oder will). Kann sie dann gesamte Volkswirtschaften davor schützen? Wir werden sehen…Die EZB meint dazu, dass höhere Löhne unweigerlich dazu führen würden, dass auch mehr gekauft wird. Dies würde die Preise und somit auch die Inflation wieder weiter schüren. What a time to be alive.